BenQ TH585P oder Epson EB-FH06: Welcher Beamer passt ins Wohnzimmer?

Beide Beamer werfen Full HD an die Wand, beide geben 3500 Lumen an und beide sind für das Wohnzimmer gedacht statt für den abgedunkelten Kellerraum. Getrennt werden sie durch die Technik dahinter: Der eine arbeitet mit einem DLP-Chip und einem Farbrad, der andere mit drei LCD-Panels, und das entscheidet, wie das Bild bei Tageslicht aussieht.
Wer die Klasse noch grundsätzlich abwägt, findet die Übersicht bei den Beamern fürs Heimkino. Hier stehen der BenQ TH585P und der Epson EB-FH06 mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Der BenQ TH585P, wenn gespielt wirdsechzehn Millisekunden Reaktionszeit, hundert Zoll aus dreikommadrei Metern, ein Zehn-Watt-Lautsprecher an Bord und bis zu 15.000 Stunden Lampenlaufzeit im Sparmodus
- Der Epson EB-FH06, wenn Filme und Fernsehen bei Restlicht laufengleich hohe Weiß- und Farbhelligkeit, Kontrast 16.000:1, zwei HDMI-Eingänge und eine Transporttasche im Karton
- Beide lösen Full HD auf und geben 3500 Lumen an, beide sind unter drei Kilogramm leicht
Die zwei Kandidaten
BenQ TH585P
DLP, 16 ms, 3500 ANSI-Lumen
Epson EB-FH06
3LCD, 3500 Lumen weiß und farbig
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | BenQ TH585P | Epson EB-FH06 |
|---|---|---|
| Technik | DLP | 3LCD |
| Auflösung | 1920 x 1080 | 1920 x 1080 |
| Helligkeit | 3500 ANSI-Lumen | 3500 Lumen |
| Farbhelligkeit gesondert genannt | keine Angabe | 3500 Lumen, gleich hoch |
| Kontrastverhältnis | 10.000:1 | 16.000:1 |
| Reaktionszeit | 16 ms | keine Angabe |
| 100 Zoll ab Entfernung | 3,3 m | keine Angabe |
| 3D-Wiedergabe | ja | keine Angabe |
| Lautsprecher | 10 Watt | keine Angabe |
| Lampenlaufzeit | bis 15.000 h im Sparmodus | keine Angabe |
| HDMI-Eingänge | 1 genannt | 2 |
| Weitere Eingänge | keine Angabe | VGA, Composite, USB A und B |
| WLAN | keine Angabe | optional per Adapter |
| Wiedergabe vom Smartphone | keine Angabe | über die iProjection-App |
| Trapezkorrektur | keine Angabe | ja |
| Transporttasche dabei | keine Angabe | ja |
| Betriebstemperatur | keine Angabe | 5 bis 35 Grad |
| Gewicht laut Handel | rund 3,0 kg | rund 2,7 kg |
| Modellnummer | 9H.JLS77.14E | V11H974040 |
Werte nach den Herstellerangaben zu beiden Modellen. Die Datenblätter sind unterschiedlich ausführlich: Epson nennt für den EB-FH06 weder eine Reaktionszeit noch eine Projektionsentfernung, eine Lampenlaufzeit oder einen Lautsprecher, BenQ macht keine Angabe zu Trapezkorrektur, weiteren Anschlüssen und zur Farbhelligkeit; diese Zeilen bleiben offen. Dass eine Eigenschaft nicht aufgeführt ist, heißt nicht zwingend, dass sie fehlt. ANSI-Lumen und die schlichte Angabe in Lumen werden nach unterschiedlichen Verfahren gemessen und sind nicht ohne Weiteres gleichzusetzen, sie stehen hier so nebeneinander, wie die Hersteller sie angeben. Die Handelsgewichte sind gerundete Angaben einschließlich Verpackung und Zubehör und taugen zum Größenvergleich, nicht als Messwert. Die weiter unten gerechneten Werte zu Abstand, Beleuchtungsstärke und Bildfolge beruhen auf diesen Zahlen und auf üblichen Annahmen, sie sind Größenordnungen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Wie groß das Bild im eigenen Raum wird
Die Rechnung mit dem Abstand
Hundert Zoll im Format 16:9 sind 221 Zentimeter breit. Wenn dafür 3,3 Meter Abstand nötig sind, liegt das Verhältnis von Abstand zu Bildbreite bei rund 1,5.
Aus dieser einen Zahl folgt alles Weitere: Bei drei Metern Abstand entsteht ein Bild von rund zwei Metern Breite, also gut neunzig Zoll. Bei vier Metern sind es zweikommasieben Meter und damit rund hundertzwanzig Zoll.
Umgekehrt gilt: Wer hundertzwanzig Zoll will, muss den Beamer vier Meter von der Wand aufstellen können. In einem Wohnzimmer mit dreikommafünf Metern Tiefe ist das die Grenze, sobald das Regal an der Rückwand steht.
Praktisch heißt das: Vor dem Kauf einmal messen, wie weit die Decke oder der Tisch von der Projektionswand entfernt ist. Diese Zahl entscheidet über die Bildgröße mehr als jede andere Angabe im Datenblatt.
Warum 3500 Lumen nicht überall gleich hell sind
Die Rechnung mit der Fläche
Ein Bild mit hundert Zoll Diagonale hat rund zweikommasieben Quadratmeter Fläche. Dreitausendfünfhundert Lumen darauf verteilt ergeben etwa 1300 Lux auf der Leinwand.
Bei hundertzwanzig Zoll wächst die Fläche auf knapp vier Quadratmeter, und dieselbe Lichtmenge sinkt auf rund 880 Lux. Das Bild wird also nicht nur größer, sondern spürbar blasser.
Dazu kommt der Unterschied zwischen Weiß- und Farbhelligkeit. Bei drei getrennten Panels ist beides gleich hoch, bei einem Farbrad kann die Farbhelligkeit unter der Weißhelligkeit liegen, weil ein weißes Segment die Gesamthelligkeit hebt, ohne den Farben zu helfen.
Praktisch heißt das: Für Fußball am Nachmittag mit halb geschlossenen Vorhängen zählen Farbhelligkeit und eine kleinere Bildbreite mehr als der Spitzenwert im Datenblatt. Wer abends im dunklen Raum schaut, hat mit beiden Geräten Licht im Überfluss.
Was sechzehn Millisekunden beim Spielen bedeuten
Die Rechnung mit der Bildfolge
Bei sechzig Bildern in der Sekunde steht jedes Bild rund 16,7 Millisekunden lang. Sechzehn Millisekunden Verzögerung entsprechen also knapp einem einzigen Bild.
Zum Vergleich: Ein Fernseher im Bildverbesserungsmodus liegt schnell bei achtzig bis hundert Millisekunden, das sind fünf bis sechs Bilder. Genau dieser Unterschied ist es, den Spielende als Schwammigkeit beschreiben.
Die menschliche Reaktionszeit liegt bei rund 250 Millisekunden. Ein Bild mehr oder weniger entscheidet also kein Duell, wohl aber das Gefühl, dass der Controller unmittelbar wirkt.
Praktisch heißt das: Wer an der Konsole spielt, merkt die Angabe sofort. Wer ausschließlich Filme und Serien sieht, kann sie ignorieren, denn dort ist eine gleichmäßige Verzögerung völlig unerheblich.
Wofür welches Gerät reicht
Wie sich der BenQ im Einzelnen schlägt, steht im Test des BenQ TH585P. Die passende Projektionsfläche findet sich bei den Leinwänden für Beamer, und wer das Gerät an die Decke hängen will, schaut zu den Beamerhalterungen.
Wo jedes von beiden gewinnt
Für den BenQ spricht
- Sechzehn Millisekunden Reaktionszeit
- Hundert Zoll schon aus dreikommadrei Metern
- Zehn-Watt-Lautsprecher eingebaut
- Bis zu 15.000 Stunden Lampenlaufzeit im Sparmodus
- 3D-Wiedergabe ausdrücklich genannt
Für den Epson spricht
- Farbhelligkeit genauso hoch wie die Weißhelligkeit
- Kontrastverhältnis 16.000:1
- Zwei HDMI-Eingänge plus VGA und Composite
- Trapezkorrektur und optionales WLAN
- Transporttasche dabei, rund 2,7 Kilogramm
Die beiden Geräte liegen bei Auflösung und Lichtmenge auf dem Papier gleichauf und trennen sich in dem, was sie damit anfangen. Der BenQ ist auf schnelle Bilder gebaut und bringt den Ton gleich mit, was ihn zum unkomplizierten Spielgerät macht. Der Epson ist auf Farbtreue und Anschlussvielfalt ausgelegt, dafür fehlt der Lautsprecher in den Angaben und der Ton muss über die Anlage laufen. Für den typischen Wohnzimmerbetrieb mit Streaming, Sport und gelegentlichem Filmabend ist die Farbhelligkeit das gewichtigere Argument. Sobald eine Konsole angeschlossen wird, dreht sich das.




