Sonos Beam Gen 2 oder Bose Smart Soundbar: Welche passt unter Ihren TV?

Beide Soundbars sind kompakt gebaut, beide beherrschen Dolby Atmos und beide sollen den flachen Fernsehton ersetzen, ohne dass Kabel durchs Wohnzimmer laufen. Der Unterschied liegt darin, wie sie den Raumklang erzeugen: die eine rechnet ihn aus Arrays heraus, die andere schickt zwei Chassis nach oben an die Decke.
Wer die Klasse noch grundsätzlich abwägt, findet die Übersicht bei den Soundbars. Hier stehen die Sonos Beam der zweiten Generation und die kompakte Bose Smart Soundbar mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Die Sonos Beam Gen 2, wenn aus der Soundbar später ein System werden sollTrueplay misst den Raum ein, per WLAN kommen Surroundlautsprecher und weitere Räume dazu, und zwei Kabel reichen für die Einrichtung
- Die Bose Smart Soundbar, wenn Dialoge und Deckenreflexion zählenfünf Schallwandler, davon zwei nach oben abstrahlend, TrueSpace rechnet auch Stereo und 5.1 auf Raumklang, dazu ein Dialogmodus für leise Stimmen
- Beide beherrschen Dolby Atmos, beide werden per Sprache gesteuert und beide streamen Musik ohne eingeschalteten Fernseher
Die zwei Kandidaten
Sonos Beam (Gen 2)
Trueplay-Einmessung, erweiterbar
Bose Smart Soundbar
Fünf Schallwandler, zwei nach oben
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Sonos Beam (Gen 2) | Bose Smart Soundbar |
|---|---|---|
| Dolby Atmos | ja | ja |
| Schallwandler | keine Angabe | 5 |
| Nach oben abstrahlend | keine Angabe | 2 |
| Aufbereitung ohne Atmos | keine Angabe | TrueSpace für Stereo und 5.1 |
| Dialogmodus | keine Angabe | ja, mit KI |
| Raumeinmessung | Trueplay | keine Angabe |
| Sprachsteuerung | ja, über die Stimme | Alexa integriert, Google unterstützt |
| Steuerung über TV-Fernbedienung | ja | keine Angabe |
| App-Steuerung | Sonos App | Bose App |
| AirPlay 2 | ja | ja |
| Bluetooth | keine Angabe | ja |
| Weitere Streamingwege | WLAN direkt in die Bar | Spotify Connect, Chromecast built-in |
| Musik ohne eingeschalteten TV | ja | ja |
| Erweiterbar zu Surround | ja, drahtlos | keine Angabe |
| Mehrere Räume | ja, über WLAN | keine Angabe |
| Einrichtung | zwei Kabel, geführt in der App | keine Angabe |
| Gewicht laut Handel | rund 2,0 kg | rund 3,1 kg |
| Modellnummer | 8717755778116 | 873973-2100 |
Werte nach den Herstellerangaben zu beiden Modellen. Die Datenblätter sind unterschiedlich ausführlich: Sonos nennt für die Beam weder die Zahl der Schallwandler noch einen eigenen Dialogmodus oder Bluetooth, Bose macht keine Angabe zu Raumeinmessung, drahtloser Erweiterung und zur Zahl der Kabel bei der Einrichtung; diese Zeilen bleiben offen. Dass eine Funktion nicht aufgeführt ist, heißt nicht zwingend, dass sie fehlt. Die Handelsgewichte sind gerundete Angaben einschließlich Verpackung und Zubehör und taugen zum Größenvergleich, nicht als Messwert. Angaben zu Gehäusemaßen sind bei beiden Einträgen Versandmaße und deshalb hier nicht aufgeführt. Die weiter unten gerechneten Werte zu Deckenreflexion, Stereobasis und Lautstärke beruhen auf den genannten Angaben und auf üblichen Annahmen, sie sind Größenordnungen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Ob die Decke über dem Sofa mitspielt
Die Rechnung mit der Reflexion
Nach oben abstrahlende Chassis erzeugen den Höheneindruck über einen Umweg: Der Schall läuft zur Decke und von dort zum Ohr. Bei einer Bar auf sechzig Zentimetern Höhe, einer Decke auf zwei Meter fünfzig und drei Metern Sitzabstand ist dieser Umweg gut anderthalb Meter länger als der direkte Weg.
Anderthalb Meter mehr bedeuten rund vier Millisekunden Verzögerung, und genau die nimmt das Gehör als Höhe wahr. Voraussetzung ist eine glatte, waagerechte Decke, die den Schall wie ein Spiegel zurückwirft.
Eine Dachschräge lenkt die Reflexion am Sofa vorbei, Holzbalken und Akustikpaneele schlucken sie. Über vier Metern Deckenhöhe wird der Umweg so lang, dass die Ortung zerfällt.
Praktisch heißt das: Wer eine normale, flache Betondecke hat, bekommt mit den Aufwärtschassis den deutlicheren Höheneindruck. Wer unterm Dach wohnt oder eine Holzdecke hat, verliert genau diesen Vorteil und fährt mit der gerechneten Lösung ebenso gut.
Warum eine Bar den Raum nicht so breit macht wie ein Boxenpaar
Die Rechnung mit der Stereobasis
Eine kompakte Soundbar ist rund fünfundsechzig Zentimeter breit. Bei drei Metern Sitzabstand spannt sie damit einen Winkel von etwa zwölf Grad auf.
Ein klassisches Stereopaar im gleichseitigen Dreieck kommt auf sechzig Grad. Das ist der Grund, warum eine Bar auch mit guter Aufbereitung nie so weit klingt wie zwei getrennte Boxen.
Beide Hersteller arbeiten gegen diese Physik, Bose mit TrueSpace, Sonos mit den Arrays und der Einmessung. Beides erweitert die Bühne hörbar, ersetzt aber keine echten Kanäle hinter dem Sofa.
Praktisch heißt das: Wenn Raumklang wirklich das Ziel ist, ist die Frage nach der Erweiterbarkeit wichtiger als jede Angabe zur Kanalzahl. Zwei kleine Rücklautsprecher bringen mehr als jede Rechenleistung in der Bar.
Warum Dialoge im Wohnzimmer untergehen
Die Rechnung mit dem Dynamikumfang
Eine Kinomischung nutzt einen Dynamikumfang von rund zwanzig Dezibel zwischen leisem Gespräch und lautem Effekt. Im Kino ist der Grundpegel niedrig, im Wohnzimmer liegt er mit Kühlschrank und Straße bei fünfunddreißig Dezibel und mehr.
Wer den Dialog auf angenehme fünfundfünfzig Dezibel stellt, landet bei Effekten schnell bei fünfundsiebzig. Dreht man deshalb leiser, verschwindet die Stimme im Grundgeräusch.
Ein Dialogmodus greift genau dort ein: Er hebt den Bereich zwischen etwa zweihundert Hertz und vier Kilohertz um wenige Dezibel an und senkt gleichzeitig die Effektspitzen. Das kostet Kinowirkung und gewinnt Verständlichkeit.
Praktisch heißt das: In Haushalten, in denen abends leise gehört wird, ist dieser Modus die meistgenutzte Funktion der ganzen Bar. Wer die Lautstärke frei wählen kann, braucht ihn kaum.
Wofür welche Bar reicht
Wie sich die kompakte Bose im Einzelnen schlägt, steht im Test der Bose Smart Soundbar 600. Für größere Wohnzimmer lohnt der Blick auf die Soundbars für große Räume, und wer den Tiefton ergänzen will, findet die Auswahl bei den Subwoofern fürs Wohnzimmer.
Wo jede von beiden gewinnt
Für die Sonos spricht
- Trueplay misst den Klang auf den Raum ein
- Drahtlos zu echtem Surround erweiterbar
- Weitere Räume über WLAN im selben System
- Einrichtung mit nur zwei Kabeln
- Rund zwei Kilogramm, das leichtere Gerät
Für die Bose spricht
- Fünf Schallwandler, zwei davon nach oben
- TrueSpace rechnet auch Stereo und 5.1 räumlich
- Dialogmodus für leise Abende
- Alexa eingebaut, Google unterstützt
- Bluetooth, Spotify Connect und Chromecast an Bord
Die beiden Bars beantworten dieselbe Frage von zwei Seiten. Bose löst den Raumklang im Gerät, mit echten Aufwärtschassis und einer Aufbereitung, die auch alte Stereotonspuren breiter macht. Sonos löst ihn im System und lässt die Bar der Anfang von etwas sein, das später aus vier oder fünf Geräten besteht. Wer heute eine Lösung kauft und in fünf Jahren dieselbe hören will, ist bei Bose gut aufgehoben. Wer damit rechnet, im nächsten Jahr zwei Rücklautsprecher zu ergänzen, sollte das System wählen, das dafür gebaut ist.




